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Völkerwanderung

Obwohl die Saison bereits vorbei war, schienen ganze Hunderschaften den Berg zu besuchen, den wir seit mehr als zwei Jahren auf unserer Todo-Liste stehen hatten. Eine Bahn karrte im 5-Minuten-Takt Massen von Leuten aus verschiedensten Ländern auf den Berg, die dann in Turnschuhen und Sandalen aus der sechsstöckigen Gipfelstation über die Leiterwand und den Steig bis zu einer Alm absteigen, um dann festzustellen, dass es zurück nach oben ja richtig anstrengend ist, und dass das Schuhwerk nur wenig Spielraum für nützliche Trittkombinationen lässt.

Aber trotz all dieser ungünstigen Faktoren schienen all diese Leute ihren guten Tag zu haben. Denn als dort in der kargen und zerklüfteten Felslandschaft plötzlich zwei Biker in Richtung Gipfel stiegen und tatsächlich “verrückt, wild, lebensmüde, crazy, freaky und gut” genug waren, um dort auch wieder herunter zu fahren, gab es nur freundliche Begegnungen, die fast alle sehr erheiternd waren.

Diese beiden Biker mussten aber kurz unterhalb des Gipfels auch erkennen, dass Steige und Leitern einfach zu steil zu biken sind. So wagten sie den Gipfelsturm ohne Bikes und bahnten sich den Weg durch die Menschenmassen auf die überfüllte Gipfelterasse, wo sie nach kaum 30 Sekunden fluchtartig den Abstieg in Angriff nahmen. Zurück bei den Bikes konnte der Spaß beginnen und sie arbeiteten sich tapfer wie Helden durch das extrem anspruchsvolle und verblockte Gelände. Kaum warmgefahren, stellte sich ihnen die schwerste reine Felskombination in den Weg, die sie jemals gesehen haben. Auch nach mehreren Versuchen gelang es den Bikern nicht, die komplette Sequenz fehlerfrei zu meistern. Auch auf dem Rest der Abfahrt hatten sie noch viel Arbeit zu leisten und so kann nun endlich ein Schweizprojekt in Wohnortsnähe der Biker als halbwegs erfolgreich bewertet werden!

4 Gedanken zu “Völkerwanderung

  1. Oh, den hab ich auch so grob auf’m Schirm. Bin vor vielen Jahren mal winters oben gewesen, aber nicht als Skitour sondern mit Steigeissen, Pickel und anderem Geraffel. Wollten über den L-Grat zum Nachbargipfel. Wir mussten allerdings auf der Alm unterhalb biwakieren und haben es nur bis zum Hauptgipfel geschafft. Die Techniker in der Sendeanlage waren so begeistert, dass wir es geschafft hatten, dass wir um eine Führung durch die Anlage nicht herumkamen ;)

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